Ein internationales Team von Forschenden hat nahezu 300 neue genetische Varianten gefunden, die mit schweren Depressionen verbunden sind. Die Analyse von Daten aus 29 Ländern könnte die Versorgung grundlegend neu ausrichten: hin zu Behandlungen, die deutlich präziser auf einzelne Patientinnen und Patienten abgestimmt werden.
Warum diese Mega-Studie zu Depressionen besonders ist
Die im Fachmagazin Cell veröffentlichte Untersuchung wird als bislang umfangreichste genetische Studie zu Depressionen eingeordnet. Dafür analysierte das Forschungsteam die Genome von etwa 5 Millionen Menschen:
- 688.808 Personen mit diagnostizierter Depression
- 4,3 Millionen Kontrollpersonen ohne bekannte Depression
- Datensätze aus 29 Ländern auf mehreren Kontinenten
Breitere Datengrundlage über Kontinente hinweg
Etwa ein Viertel der Teilnehmenden hatte eine nicht-europäische Herkunft. Damit unterscheidet sich die Untersuchung wesentlich von zahlreichen früheren Studien, die sich fast vollständig auf Menschen europäischer Abstammung konzentrierten.
Die Studie identifiziert 293 bisher unbekannte genetische Varianten, die mit schweren depressiven Störungen in Verbindung stehen – und zwar in einer so diversen Bevölkerung wie nie zuvor.
Dank dieser Vielfalt wurden Genvarianten sichtbar, die in weniger breit aufgestellten Stichproben unentdeckt geblieben wären. Gerade deshalb sind die Befunde für die weltweite Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen relevant – in Europa ebenso wie in Afrika, Asien oder Lateinamerika.
Depression als polygenes Puzzle
Viele Gene beeinflussen Depressionen
Mit ihrer Studie bekräftigen die Forschenden eine zentrale Erkenntnis: Depression ist polygen.
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